Dörverden

Die Ortsfeuerwehr Dörverden ist mit ihren drei Einsatzfahrzeugen neben Hülsen eine der beiden Stützpunktfeuerwehren in der Gemeinde Dörverden.

Neben der überörtlichen Brandbekämpfung ist sie im Bereich der Technischen Hilfeleistung im gesamten Gemeindegebiet zuständig für die Menschenrettung nach Verkehrsunfällen. Darüber hinaus ist sie auf Landkreisebene Teil des Gefahrgutzuges.

Als größte Objekte mit besonderem Gefahrenpotenzial in der Ortschaft Dörverden sind unter anderem das Kreisaltenheim am Hesterberg, das Altenheim Perfekta, die Oberschule und Grundschule, das Wasserkraftwerk, die Schleuse, die St. Cosmae et Damiani Kirche und die Mühle zu nennen. Außerdem verläuft die Bundesstraße 215, die Bahnstrecke Hannover <-> Bremen und die Weser mit Schleusenkanal durch unser Einsatzgebiet. Unser Feuerwehrhaus befindet sich direkt hinter dem Rathaus an der B215.

Geschichte

Die Ortschaft Dörverden (etwa 3000 Einwohner) ist der Hauptort der 1972 in einer Gebietsreform gebildeten Gemeinde Dörverden. Der Name „Dörverden“ weist höchstwahrscheinlich auf eine Furtstelle durch die Weser hin. Der alexandrinische Geograph Ptolemäus erwähnt im 2. Jh. n. Chr. in seiner Erdbeschreibung den Ort „Tulifurdon“. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist damit Dörverden gemeint. Vieles deutet darauf hin, dass Dörverden im Zuge eines alten Nord-Süd-Handelswegs gelegen hat. 

Ausgrabungen im Jahre 1956 im Bereich der Einmündung des Barmer Weges in die B 215 („Auf dem Hambusch“) ergaben Brandbestattungen seit der frühen Eisenzeit (etwa 500 v. Chr.), später Körperbestattungen (älteste im 600 Jh. n. Chr.), sowie auch Pferdegräber. Dieser Friedhof hat scheinbar noch bis ins 10. Jhdt. bestanden. Gefunden wurden bei dieser Ausgrabung u.a. ein eisernes Schwert und ein eiserner Schildbuckel aus dem 6./7. Jh. sowie sächsische Glasperlen. 

Im Schüttgut nach dem Ausheben des Weserkanals wurde 1926 keltisches Bronzegerät (1. Jh. v. Chr.) gefunden, das auf eine antike Schifffahrt auf der Weser hinweist. 

Um 800 n.Chr. Christianisierung des hiesigen Raums und später Bau einer ersten Holzkirche am Standort der heutigen Kirche (St. Cosmae et Damiani) Dörverden.

Im späteren Mittelalter war Dörverden eine eigene Vogtei, die zum Amt Westen gehörte. 

1777 brannte die Ortsmitte von Dörverden 34 Wohnhäuser und 37 Nebengebäude in einem zweistündigen Großfeuer ab. 

1841 bis 1966 Dörverdener Melkerinnen schippern über die Weser, um auf dem gegenüberliegenden „Knoyl“ ihre Kühe zu melken. Sie leisten damit bei zahlreichen Kleinbauern-Haushalten einen wesentlichen Beitrag zum Lebensunterhalt. 

1847 hielt erstmals ein Zug in Dörverden auf der damals neu errichteten Bahnstrecke Hannover – Bremen. 

1909 war Baubeginn für eine Staustufe in der Weser mit einem Wasserkraftwerk, Kanalbau im Weserbogen und einer Schleuse. 

1937 Bau des Steinlagers für Arbeitskräfte der Rüstungsfabrik EIBIA im Barmer Wald. Danach Unterbringung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus Belgien, Holland, Frankreich, Polen und Russland, sowie Kriegsgefangenen und deutschen Arbeitern. Nach dem Krieg wohnten Heimatvertriebene und Flüchtlinge im Steinlager. 

1962 schlossen sich Dörverden und Stedorf freiwillig zusammen. Danach wurden zahlreiche Wohngebiete ausgewiesen und mit Einfamilienhäusern bebaut. 

In den Folgejahren Ausbau des Schulzentrums (zeitweise mit 800 Schülern). 

1970 Schließung des Bahnhofes. 

1972 wurde in Folge einer landesweiten Gebietsreform durch ein Landesgesetz die Einheitsgemeinde Dörverden gebildet (mit den 10 Ortschaften Ahnebergen, Barnstedt, Barme, Diensthop, Dörverden, Hülsen, Stedebergen, Stedorf, Wahnebergen, Westen). 

1976 Bau des Rathauses in Dörverden. 

1996 Fertigstellung eines großzügigen Kindergartens in der ehemaligen KdF (Kraft-durch-Freude- Halle) des Steinlagers. 28. Mai 2000 Wiedereröffnung des Bahnhofes Dörverden. 

2006 Aufstellung eines Melkerinnendenkmals in der Ortsmitte. 

Grundsteinlegung am 01.03.2010 für das Kulturgut „Ehmken-Hoff“ mit historischen Bauernhäusern. 

2013 Inbetriebnahme des Neubaus einer vergrößerten Schiffschleuse im Weserkanal.

Fahrzeuge
ELW 1

Dieses Fahrzeug ist Teil der ELO-Gruppe (Einsatzleitung-Ort). Es dient der Dokumentation von Einsätzen sowie als Führungsfahrzeug für den Einsatzleiter bei größeren Einsätzen im Gemeindegebiet.

Ausrüstung: Laptop mit Einsatzplänen, Dokumentationssoftware, Kartenmaterial, mobiles Internet, Übersichtsbildschirm und Drucker. Außerdem ein MRT- und drei HRT-Digitalfunkgeräte sowie ein analoges 4m-Band-Funkgerät. Im Kofferraum befinden sich ein Stromerzeuger, Verkehrsleitkegel, Verbandkasten und Atemschutzmasken mit Filtern. Zudem befindet sich eine Profidrohne an Bord, mit der Erkundungen aus der Luft durchgeführt werden können.

Funkrufname: Florian Verden 12-11-2
Funktechnik: Analogfunk, MTM800 FuG Digitalfunk
Bezeichnung: Einsatzleitwagen 1
Hersteller: Mercedes-Benz
Modell: Sprinter 312 CDI
Radstand: Normal
Auf-/Ausbauhersteller: Meyer (Rheden bei Diepholz)
Besatzung: 1-8
Kraftstoff: Diesel
Leistung: 95 kW
Gesamtgewicht: 2,95 t
Höhe: 2,50 m

LF 20

Das Fahrzeug ist mit einer umfangreichen Beladung für technische Hilfeleistung und mit einem 2400 l Tank ausgestattet. Daher heißt es bei uns intern HLF 20/24. Es rückt bei fast allen Einsatzlagen als erstes Fahrzeug aus.

Auf dem Fahrzeug wird ein Tablet-PC mitgeführt mit dem Rettungskarten für verunfallte Fahrzeuge angesehen werden können. Über eine Kennzeichenabfrage beim Kraftfahrtbundesamt durch die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle kann innerhalb von Sekunden festgestellt werden, um was für ein Fahrzeug es sich handelt. In den Rettungskarten sind Gefahren der Fahrzeuge eingezeichnet z.B.: Airbags, Batterie, Kraftstofftank und Gasdruckdämpfer.

Funkrufname: Florian Verden 12-47-2
Funktechnik: MTM800 FuG Digitalfunk
Bezeichnung: Löschgruppenfahrzeug 20/16
Hersteller: MAN
Modell: LE 14.280
Auf-/Ausbauhersteller: Schlingmann
Baujahr 2006
Besatzung: 1-8
Kraftstoff: Diesel
Leistung: 205 kW
Gesamtgewicht: 15 t
Höhe: 3,30 m

LF 8

Das Fahrzeug rückt grundsätzlich als zweites Fahrzeug aus und stellt im Einsatzfalle als erstes die Wasserversorgung für das LF 20/16 her.

Zur Beladung gehört eine Grundausstattung für Gefahrgutunfälle und Ölschadensbekämpfung. Es rückt bei Alarmierung des Gefahrgutzuges und zur Ölspurbeseitigung vorrangig aus.

Funkrufname: Florian Verden 12-43-2
Funktechnik: MTM800 FuG Digitalfunk
Bezeichnung: Löschgruppenfahrzeug 8
Hersteller: Mercedes-Benz
Modell: 608 D
Baujahr: 1985
Auf-/Ausbauhersteller: Schlingmann
Besatzung: 1-8
Kraftstoff: Diesel
Leistung: 62 kW
Gesamtgewicht: 7,49 t
Höhe: 3,00 m

Technik
Hilfeleistungssatz

Hydraulik Motorpumpe
Elektromotor 230 V, Leistung 1,1 kW, Ölvolumen 6 l, Betriebsdruck 630 bar, Pumpe zweistufig, für Betrieb von 2 Geräten gleichzeitig oder eine im „Turbo“.

Rettungsschere
Die Schere, ein ca. 18 kg schweres Rettungsgerät kommt vor allem bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen zum Einsatz. Mit einem Betriebsdruck von 630 bar erreicht man eine genügend hohe Schneidkraft um Autodächer abzutrennen und um Schweller oder Holme durchzuschneiden. Bedient wird dieses Gerät von einem Mann.

Rettungsspreizer
Der Spreizer wird ebenfalls wie die Schere mit einem Öldruck von ca. 630 bar betrieben. Ebenfalls von nur einem Mann bedient, benötigt man dieses Gerät zum Aufspreizen von stark deformierten Fahrzeugen. Er wird aber nicht nur bei Verkehrsunfällen eingesetzt. Unter schweren Lasten eingeklemmte Personen können zum Teil sehr effizient befreit werden.

Rettungszylinder
Die Rettungszylinder dienen dazu ein zusammengestauchtes Auto wieder auseinander zu drücken.

Glassäge
Mit der Glassäge kann die Windschutzscheibe ausgesägt werden um einen Zugang für den Notarzt zu schaffen.

Airbagsicherung
Die Airbagsicherung (Octopus) fängt einen möglicherweise noch während den Rettungsarbeiten auslösenden Airbag ab, damit niemand verletzt wird.

LKW-Rettungsbühne
Aus Platzgründen ist eine Rettungsbühne die bei LKW-Unfällen gebraucht wird auf dem LF8 verlastet.

Wärmebildkamera

Orientierung im Einsatz helfen. Sie hilft beim eigenen Vorrankommen genauso wie bei der Personensuche und dem Auffinden von Brandherden. Gerade bei Einsätzen ohne Feuer kann eine explosive Atmosphäre vorherrschen. Die mitgeführte Ausrüstung darf keine Zündquellen bieten. Daher ist die Wärmebildkamera Ex-geschützt und somit in jedem Gefahrenbereich einsetzbar. Die Wärmebildkamera ist 1,4kg schwer und mit einer Hand bedienbar. Sie hat die Schutzklasse IP67 und ist somit hitzeresistent und hält einsatzbedingten mechanischen Belastungen stand.

Es gibt 3 verschiedene Betriebsmodi angepasst für die jeweilige Einsatzsituation:

  • Feuer (für die Brandbekämpfung)
  • Personen (um Personen zu Suchen und zu retten)
  • Thermalscan (für die Suche von Brandherden)

Die Kamera ermöglicht durch eine Standbildfunktion ein „um die Ecke gucken“, auf Knopfdruck wird das aktuelle Bild eingefroren und kann dann auf dem Display betrachtet werden. Außerdem kann durch eine Zoomfunktion jederzeit das Bild vergrößert werden. Mit dem integrierten Laserpointer kann dem Truppmitglied z.B. die Position von aufgefundenen Personen oder Glutnestern angezeigt werden.

Die Wärmebildkamera wird auf dem LF 20/16 mitgeführt. In der Regel gehört sie zur Standartausrüstung des Angriffstrupps bei Brandeinsätzen.

Hochleistungslüfter

Dichter Rauch gefährdet bei Brandeinsätzen die Einsatzkräfte. Durch die schlechte Sicht erhöht sich die Unfallgefahr. Giftige Bestandteile des Brandrauches sowie die Hitze gefährden direkt die Einsatzkräfte. Deswegen werden bei verrauchten Gebäuden Überdrucklüfter eingesetzt, um Rauch und Hitze schnell ins Freie zu befördern. Der von einem Verbrennungsmotor angetriebene Lüfter wird so an die Tür (oder an eine andere geeignete Öffnung) postiert, dass er die Öffnung voll mit seinem Luftstrom abdeckt. An der anderen Ecke des Gebäudes wird auch eine Öffnung zum Abziehen des Rauches geschaffen. Alle anderen Öffnungen müssen geschlossen sein, um eine schnelle und sichere Durchlüftung zu gewährleisten. Je früher die Lüfter eingesetzt werden können, umso wirkungsvoller ist ihr Einsatz. Der Hochleistungslüfter wird auf dem LF 20/16 mitgeführt.

Schnellangriff-Licht

Der Schnellangriff-Licht besteht aus einem Tragegestell mit zwei 500 Watt Strahlern und einem ausfahrbaren Stativ. Die Strahler sind mit einem 50m Leitungsroller schon am Stromerzeuger (Elektrische Leistung: Drehstrom/Wechselstrom 13/11 kVA) angeschlossen, sodass sie sofort einsatzbereit sind.

Ansprechpartner

Ortsbrandmeister Klaus-Wilhelm Pfaff – klaus-wilhelm.pfaff@feuerwehren-doerverden.de

stv. Ortsbrandmeister Siegfried Ristau – siegfried.ristau@feuerwehren-doerverden.de

Kinderfeuerwehrwart Lars Hermann – lars.hermann@feuerwehren-doerverden.de

Jugendfeuerwehrwart Oliver Lühring – oliver.luehring@feuerwehren-doerverden.de

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