Dörverden

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Die Ortschaft Dörverden (etwa 3000 Einwohner) ist der Hauptort der 1972 in einer Gebietsreform gebildeten Gemeinde Dörverden. Der Name "Dörverden" weist höchstwahrscheinlich auf eine Furtstelle durch die Weser hin.
Der alexandrinische Geograph Ptolemäus erwähnt im 2. Jh. n. Chr. in seiner Erdbeschreibung den Ort "Tulifurdon". Mit großer Wahrscheinlichkeit ist damit Dörverden gemeint. Vieles deutet darauf hin, dass Dörverden im Zuge eines alten Nord-Süd-Handelswegs gelegen hat.

Ausgrabungen im Jahre 1956 im Bereich der Einmündung des Barmer Weges in die B 215 ("Auf dem Hambusch") ergaben Brandbestattungen seit der frühen Eisenzeit (etwa 500 v. Chr.), später Körperbestattungen (älteste im 600 Jh. n. Chr.), sowie auch Pferdegräber. Dieser Friedhof hat scheinbar noch bis ins 10. Jhdt. bestanden. Gefunden wurden bei dieser Ausgrabung u.a. ein eisernes Schwert und ein eiserner Schildbuckel aus dem 6./7. Jh. sowie sächsische Glasperlen.

Im Schüttgut nach dem Ausheben des Weserkanals wurde 1926 keltisches Bronzegerät (1. Jh. v. Chr.) gefunden, das auf eine antike Schifffahrt auf der Weser hinweist.

Um 800 n.Chr. Christianisierung des hiesigen Raums und später Bau einer ersten Holzkirche am Standort der heutigen Kirche (St. Cosmae et Damiani) Dörverden.

Im späteren Mittelalter war Dörverden eine eigene Vogtei, die zum Amt Westen gehörte.

1777 brannte die Ortsmitte von Dörverden 34 Wohnhäuser und 37 Nebengebäude in einem zweistündigen Großfeuer ab.

1841 bis 1966 Dörverdener Melkerinnen schippern über die Weser, um auf dem gegenüberliegenden „Knoyl“ ihre Kühe zu melken. Sie leisten damit bei zahlreichen Kleinbauern-Haushalten einen wesentlichen Beitrag zum Lebensunterhalt.

1847 hielt erstmals ein Zug in Dörverden auf der damals neu errichteten Bahnstrecke Hannover - Bremen.

1909 war Baubeginn für eine Staustufe in der Weser mit einem Wasserkraftwerk, Kanalbau im Weserbogen und einer Schleuse.

1937 Bau des Steinlagers für Arbeitskräfte der Rüstungsfabrik EIBIA im Barmer Wald. Danach Unterbringung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus Belgien, Holland, Frankreich, Polen und Russland, sowie Kriegsgefangenen und deutschen Arbeitern. Nach dem Krieg wohnten Heimatvertriebene und Flüchtlinge im Steinlager.

1962 schlossen sich Dörverden und Stedorf freiwillig zusammen. Danach wurden zahlreiche Wohngebiete ausgewiesen und mit Einfamilienhäusern bebaut.

In den Folgejahren Ausbau des Schulzentrums (zeitweise mit 800 Schülern).

1970 Schließung des Bahnhofes.

1972 wurde in Folge einer landesweiten Gebietsreform durch ein Landesgesetz die Einheitsgemeinde Dörverden gebildet (mit den 10 Ortschaften Ahnebergen, Barnstedt, Barme, Diensthop, Dörverden, Hülsen, Stedebergen, Stedorf, Wahnebergen, Westen).

1976 Bau des Rathauses in Dörverden.

1996 Fertigstellung eines großzügigen Kindergartens in der ehemaligen KdF (Kraft-durch-Freude- Halle) des Steinlagers. 28. Mai 2000 Wiedereröffnung des Bahnhofes Dörverden.

2006 Aufstellung eines Melkerinnendenkmals in der Ortsmitte.

Grundsteinlegung am 01.03.2010 für das Kulturgut "Ehmken-Hoff" mit historischen Bauernhäusern.

2013 Inbetriebnahme des Neubaus einer vergrößerten Schiffschleuse im Weserkanal.

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